Maklerprovision verhandeln — das machen die wenigsten
Die Maklerprovision erscheint wie ein Fixposten — 3,57 % vom Käufer, 3,57 % vom Verkäufer (je inkl. MwSt.) in Deutschland. Aber: Die Provision ist nicht gesetzlich festgelegt, sondern wird im Maklervertrag vereinbart. Sie ist verhandelbar.
Was ist die gesetzliche Regelung seit 2020?

Das "Gesetz über Maklergebühren beim Kauf von Wohnungen und Einfamilienhäusern" (2020) regelt:
- Wer bestellt, zahlt (Bestellerprinzip) — zumindest nicht weniger als die andere Partei
- Gleichmäßige Verteilung bei geteilter Provision: Käufer zahlt maximal so viel wie Verkäufer
- Keine gesetzliche Höchstgrenze für die Provision selbst
Typische Provision gesamt: 5,95–7,14 % vom Kaufpreis (inkl. MwSt.), aufgeteilt auf Käufer und Verkäufer.
Wann haben Sie Verhandlungsspielraum als Käufer?
- Käufermarkt: Viele Angebote, wenig Nachfrage — Makler muss flexibel sein
- Direkter Kontakt ohne Besichtigung: Wenn Sie das Objekt bereits gut kennen und der Makleraufwand minimal war
- Schnelle Entscheidung: Kaufzusage heute gegen Provisionsreduzierung — Makler beendet die Vermarktung sofort
- Großes Objektvolumen: Bei 800.000 € Kaufpreis ist 0,5 % weniger Provision 4.000 €
Wie verhandeln Sie konkret?
- Fragen Sie direkt: "Ist an der Provision noch Spielraum?"
- Bieten Sie etwas: "Wenn wir heute zu einem Abschluss kommen, könnten Sie die Provision um X % reduzieren?"
- Zeigen Sie Ernsthaftigkeit: Finanzierungsbestätigung vorlegen
- Vergleichen: "Auf anderen Portalen sehe ich ähnliche Objekte — können wir die Gesamtkosten optimieren?"
Realistisches Ergebnis: 0,5–1 % Rabatt ist in vielen Märkten möglich. Das sind bei 400.000 € immerhin 2.000–4.000 €.
Als Verkäufer: Provision verhandeln
Verkäufer haben mehr Verhandlungsmacht — sie beauftragen den Makler und können zwischen Anbietern wählen:
- Mindestens 3 Maklerangebote einholen und vergleichen
- Alleinauftrag vs. einfacher Auftrag — Alleinauftrag gibt Makler mehr Planungssicherheit = oft niedrigere Provision
- Online-Makler (McMakler, Homeday) bieten oft günstigere Provisionen mit weniger Fullservice
- Erfolgsbasiertes Modell verhandeln: Höhere Provision bei höherem Verkaufserlös
Wann lohnt sich kein Makler?
- Direktverkauf an Bekannte oder Familie
- Hohes Eigeninvestment möglich (Fotos, Exposé, Besichtigungen selbst machen)
- Starker Nachfragermarkt (viele Interessenten = Makler leicht zu umgehen)
Achtung: Ohne Makler übernehmen Sie alle Aufgaben selbst — inkl. Preisfindung, Bonitätsprüfung, Kaufvertragsvorbereitung.
Checkliste: Provision verhandeln
- Marktlage einschätzen (Käufer- oder Verkäufermarkt?)
- Verhandlung frühzeitig ansprechen — nicht erst kurz vor Abschluss
- Gegenangebot mit konkreter Zahl formulieren
- Schnelle Entscheidungsfähigkeit als Argument nutzen
- Maklervertrag genau lesen — wann gilt Provisionsanspruch?