Ratgeber Kapitalanlage

Immobilie selbst verwalten oder vermieten: Aufwand, Vorteile und Risiken

Wer seine Mietimmobilie selbst verwaltet, spart Kosten — aber nicht immer Zeit und Nerven. Was der Eigenregie wirklich bedarf und wann ein Profi sinnvoller ist.

Immobilie selbst verwalten oder vermieten: Aufwand, Vorteile und Risiken

Selbst verwalten oder Profi beauftragen?

Sie haben eine Eigentumswohnung oder ein kleines Mietshaus. Die Hausverwaltung kostet 200–400 €/Monat. Können Sie das nicht selbst machen? Vielleicht. Aber es hängt von vielen Faktoren ab.

Was bedeutet Selbstverwaltung konkret?

Immobilie selbst verwalten oder vermieten: Aufwand, Vorteile und Risiken

Als selbstverwaltender Vermieter übernehmen Sie alle Aufgaben:

Laufende Aufgaben (monatlich)

  • Mieteingänge kontrollieren, Mahnungen bei Verzug versenden
  • Korrespondenz mit Mieter (Fragen, Reparaturmeldungen)
  • Heizung, Hausreinigung, Außenpflege beauftragen/koordinieren

Jährliche Aufgaben

  • Nebenkostenabrechnung erstellen
  • Steuererklärung (Anlage V) vorbereiten
  • Versicherungen prüfen und anpassen
  • Wartungsverträge (Aufzug, Heizung) koordinieren

Unregelmäßige Aufgaben

  • Handwerker bei Schäden beauftragen und koordinieren
  • Mietermieterwechsel: Suche, Besichtigungen, Vertrag, Übergabe
  • Mieterhöhung durchführen
  • Bei WEG: Eigentümerversammlungen besuchen

Zeitaufwand realistisch einschätzen

AufgabenbereichZeit/Monat (Schätzung)
Routinekorrespondenz0,5–2 Stunden
Handwerkerkoordination (bei Schaden)2–8 Stunden
Neuvermietung (einmalig)10–30 Stunden
Nebenkostenabrechnung (jährlich)3–8 Stunden
Eigentümerversammlung (WEG)2–4 Stunden

Realistischer Durchschnitt: 3–6 Stunden pro Monat bei unkompliziertem Mietverhältnis. Bei Problemen deutlich mehr.

Was spart die Selbstverwaltung?

Typische Hausverwaltung kostet 4–8 % der Bruttomiete oder 25–45 € pro Wohneinheit. Bei einer Wohnung mit 800 € Miete: 32–64 €/Monat = 384–768 €/Jahr. Das klingt nach viel — aber entspricht nur 5–9 Stunden Arbeitszeit pro Monat zum Mindestlohn.

Wann ist Eigenregie sinnvoll?

  • 1–2 Wohneinheiten, einfaches Mietverhältnis
  • Sie sind selbst handwerklich begabt
  • Objekt liegt in Ihrer Nähe (Anfahrt unter 30 min)
  • Verlässliche, langjährige Mieter
  • Keine WEG (oder unkomplizierte WEG)

Wann ist ein Profi besser?

  • Mehr als 3 Einheiten oder mehrere Objekte
  • Sie wohnen weit entfernt
  • Schwierige Mieter oder hohe Fluktuation
  • WEG-Verwaltung nötig (komplex, viele Beschlüsse)
  • Ihr Stundenlohn rechtfertigt das Outsourcen

Tools für Selbstverwalter

  • Vermietet.de: Digitale Plattform für Vermieter (Nebenkosten, Mietverträge)
  • WISO Hausverwalter: Software für Nebenkostenabrechnung
  • Excel-Vorlage: Für 1–2 Objekte oft ausreichend

Checkliste: Bereit für Eigenregie?

  • Anzahl Einheiten und Komplexität bewerten
  • Zeitbudget realistisch einschätzen (3–8 Stunden/Monat)
  • Grundkenntnisse Mietrecht aneignen
  • Digitale Verwaltungssoftware einrichten
  • Steuerberater für Steuererklärung einbehalten (lohnt sich fast immer)

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