Makler oder kein Makler — das ist zunächst die Frage
Nicht jeder Immobilienverkauf braucht einen Makler. Aber wenn Sie einen wählen, sollte es der richtige sein. Ein guter Makler erzielt mehr Verkaufspreis als seine Provision kostet. Ein schlechter kostet nur. Dieser Guide zeigt, wie Sie den Unterschied erkennen.
Wann ein Makler sich wirklich lohnt

- Kein Zeit für Vermarktung: Professioneller Makler übernimmt alles — Fotos, Exposé, Besichtigungen, Verhandlung
- Unbekannter Markt: In einer fremden Stadt verkaufen? Lokaler Makler kennt Preise und Käufer
- Komplizierte Objekte: Denkmal, Erbpacht, Teilverkauf — Spezialisten-Makler unverzichtbar
- Emotionale Bindung: Elternhaus verkaufen — Makler als neutraler Verhandlungsführer hilft
Die 5 wichtigsten Kriterien für einen guten Makler
1. Lokale Marktkenntnis
Ein guter Makler kann sofort und plausibel erklären, warum Ihr Objekt X Euro wert ist — mit konkreten Vergleichsobjekten aus dem letzten Jahr. Er kennt den Mietspiegel, weiß welche Käufertypen in Ihrer Lage suchen und hat ein Netzwerk von vorgemerkten Interessenten.
2. Nachgewiesene Verkaufserfolge
Fragen Sie: "Wie viele Objekte haben Sie in den letzten 12 Monaten in dieser Lage verkauft und zu welchem Preis?" Seriöse Makler nennen Ihnen konkrete Zahlen. Wer vage bleibt, hat wenig vorzuweisen.
3. Klarer Vermarktungsplan
Was genau plant der Makler? Professionelle Fotos? Drohnenaufnahmen? 3D-Grundriss? Listung auf welchen Portalen? Mailings an vorgemerkte Interessenten? Ein guter Makler präsentiert einen konkreten Plan.
4. Qualifikation und Zertifizierung
In Deutschland ist der Begriff "Makler" nicht geschützt — jeder darf sich so nennen. Achten Sie auf:
- IVD-Mitgliedschaft (Immobilienverband Deutschland)
- RDM oder vdm Mitgliedschaft
- IHK-Fortbildungen und Zertifikate
- Sachverständigenqualifikation (wenn auch Bewertungen)
5. Klarer Alleinauftrag mit fairer Kündigungsklausel
Ein Makler arbeitet besser, wenn er einen Alleinauftrag hat. ABER: Dieser sollte eine Kündigungsklausel nach 3–6 Monaten enthalten, wenn keine Ergebnisse vorliegen. Verträge ohne Kündigungsmöglichkeit = rotes Flag.
Wie Sie schwarze Schafe erkennen
- Überhöhter Angebotspreis: Nur um den Auftrag zu bekommen — dann "marktanpassen" → Preisspirale nach unten
- Keine eigene Website oder Social Media: Seriöse Makler sind online präsent
- Druck für schnelle Unterschrift: "Dieses Angebot gilt nur heute" — immer mindestens 3 Tage Zeit nehmen
- Kein nachgewiesener lokaler Erfolg: Bundesweite Franchise-Ketten oft schlechter als lokale Experten
- Keine Nachbereitung von Besichtigungen: Guter Makler berichtet nach JEDER Besichtigung
Makler finden: Schritt-für-Schritt
- Empfehlungen einholen: Nachbarn, Freunde, die in der Gegend verkauft haben
- Aktive Makler in Ihrer Lage identifizieren: Wer hat die meisten aktuellen Angebote in Ihrem Gebiet?
- 3 Makler einladen: Vergleichsangebote einholen, Preiseinschätzungen vergleichen
- Referenzen prüfen: Konkrete Verkäufe in den letzten 12 Monaten erfragen
- Vertrag prüfen lassen: Alleinauftrag ja, aber mit Kündigungsklausel
Checkliste: Makler-Auswahlgespräch
- ☐ Wie viele Objekte haben Sie 2025/2026 in dieser Lage verkauft?
- ☐ Was ist Ihr Marktwertgutachten für mein Objekt und warum?
- ☐ Welche Portale, welche Vermarktungsmaßnahmen konkret?
- ☐ Professionelle Fotos inklusive?
- ☐ Wie oft berichten Sie mir über den Stand der Vermarktung?
- ☐ Wie lange läuft der Auftrag und wie kann ich kündigen?
- ☐ IVD- oder ähnliche Verbandsmitgliedschaft?
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