Kapitalanlage

Immobilie als Altersvorsorge: Rechnet sie sich wirklich?

Betongold gilt als sicher — aber stimmt das? Wir vergleichen Immobilien mit ETFs und Aktien als Altersvorsorge: mit Renditen, Risiken und dem entscheidenden Faktor Zeit.

Immobilie als Altersvorsorge: Rechnet sie sich wirklich?

Die Kernfrage: Womit baut man mehr Vermögen auf?

Immobilien vs. Aktien/ETFs ist eine der meistdiskutierten Fragen in der privaten Finanzplanung. Die Antwort ist nuanciert — und hängt stark von persönlichen Faktoren ab.

Immobilien als Altersvorsorge: Die Zahlen

Immobilie als Altersvorsorge: Rechnet sie sich wirklich?

Eigennutzung: Die "mietfreie Rente"

Abbezahlte Wohnung im Alter → kein Mietzahlung → effektives Einkommen. Beispiel: Heutige Kaltmiete 1.200 €/Monat → im Alter 65 entspricht das einer Zusatzrente von 1.200 €/Monat. Hochgerechnet auf 20 Rentenjahre: 288.000 € Mietersparnis (nicht inflationsbereinigt).

Vermietung: Laufende Einnahmen

Eine abbezahlte ETW in München, Wert 450.000 €, Nettomiete 1.500 €/Monat:

  • Jahresrendite: 18.000 / 450.000 × 100 = 4 %
  • Steuer: ca. 30 % → Netto ca. 12.600 €/Jahr
  • Plus Wertsteigerung: historisch 2–4 %/Jahr real
  • Gesamtrendite: 5–8 % p. a. (bei günstiger Finanzierung und Lage)

ETF-Portfolio als Alternative

MSCI World ETF, historisch 7 % p. a. nominal (5 % real). Monatliche Sparrate 1.000 € über 25 Jahre bei 7 % Rendite: Endvermögen ca. 810.000 €. Entspricht einer Entnahmerate von 4 % = 32.400 €/Jahr = 2.700 €/Monat.

Der direkte Vergleich

KriteriumImmobilieETF-Portfolio
Rendite (langfristig)5–8 % p. a.6–8 % p. a.
InflationsschutzSehr gutGut
LiquiditätSchlecht (Jahre)Sehr gut (Tage)
Leverage möglichJa (Kredit)Begrenzt
AufwandHoch (Verwaltung)Minimal
SteuereffizientGut (AfA, Kosten)Moderat
KlumpenrisikoHochGering (Diversifiziert)
Emotionale BindungHochGering

Wann Immobilien als AV besonders gut funktionieren

  • Eigengenutzte Immobilie in wachsender Region: Kombination aus Mietersparnis + Wertsteigerung schlägt ETF oft
  • Fremdfinanziert zu niedrigen Zinsen: Hebel kann Eigenkapitalrendite verdoppeln
  • Steueroptimierung durch AfA: Vermieter können viel absetzen
  • Schutz vor Altersarmut: abbezahltes Eigenheim als Fundament

Wann ETFs besser sind

  • Kaufpreisfaktor über 30 (Rendite zu gering)
  • Keine Zeit oder Interesse an Verwaltung
  • Flexibilität wichtiger als Rendite
  • Kapital unter 100.000 € (zu wenig für sinnvollen Immobilienkauf)

Die ehrliche Empfehlung

Für die meisten Menschen gilt: Kombination aus Immobilie (Eigennutzung) + ETF-Portfolio ist die beste Altersvorsorge-Strategie. Die eigengenutzte Immobilie sichert das Wohnen im Alter, ETFs geben Liquidität und Rendite.

Weiterführende Ratgeber

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