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Hausgeld: Was es ist, was es kostet und wie man es liest

Hausgeld bei Eigentumswohnungen einfach erklärt: Was steckt drin, was ist umlagefähig auf Mieter, wie viel ist normal und worauf Sie beim WEG-Kauf achten.

Hausgeld: Was es ist, was es kostet und wie man es liest

Was ist das Hausgeld?

Das Hausgeld ist der monatliche Beitrag, den jeder Eigentümer in einer WEG (Wohnungseigentümergemeinschaft) zahlt. Es deckt die laufenden Kosten des Gemeinschaftseigentums und bildet die Instandhaltungsrücklage. Für Kapitalanleger wichtig: Ein Teil des Hausgelds ist umlagefähig auf den Mieter, ein Teil nicht.

Was steckt im Hausgeld?

Hausgeld: Was es ist, was es kostet und wie man es liest
KostenartUmlagefähig auf Mieter?Typischer Anteil
Verwaltungskosten (Hausverwaltung)Nein15–25 %
InstandhaltungsrücklageNein20–35 %
GebäudeversicherungJa10–15 %
Aufzug (Wartung, Strom)Ja5–10 %
Gemeinschaftsstrom (Flur, Keller)Ja3–8 %
HausmeisterJa (teilweise)5–10 %
GartenpflegeJa3–8 %
WinterdienstJa2–5 %

Wie viel Hausgeld ist normal?

GebäudetypHausgeld pro m² Wohnfläche
Neubau, einfach (kein Aufzug)2,50–4,00 €/m²/Monat
Altbau, saniert, mit Aufzug3,50–6,00 €/m²/Monat
Altbau, unrenoviert, Sanierungsbedarf4,00–8,00 €/m²/Monat
Luxusobjekt (Concierge, Pool, etc.)6,00–12,00 €/m²/Monat

Die Instandhaltungsrücklage — besonders wichtig

Die Instandhaltungsrücklage ist der "Sparstrumpf" der WEG für größere Reparaturen: Dach, Fassade, Aufzug, Heizungsanlage. Die Empfehlung: Mindestens 1 % des Gebäudewerts pro Jahr sollte in die Rücklage fließen.

Faustregeln zur Rücklagenbewertung

  • Gut aufgestellt: 50–80 € pro m² Wohnfläche in der Rücklage
  • Knapp: Unter 20 € pro m² — Sonderumlage droht bald
  • Kritisch: Unter 10 € + sanierungsbedürftiges Gebäude = rotes Flag

Hausgeld für Kapitalanleger: Was bleibt?

Beispielrechnung bei 70 m² Wohnung, Hausgeld 350 €/Monat:

  • Umlagefähig auf Mieter: ca. 200 € (Betriebskosten)
  • Nicht umlagefähig (Verwaltung + Rücklage): ca. 150 €/Monat
  • Diese 150 € müssen Sie als Eigentümer selbst tragen — tauchen in der Renditerechnung als Kosten auf

Für die Renditeberechnung gilt: Bruttomietrendite abzüglich nicht umlagefähiger Hausgeldanteil = realistischere Nettomietrendite.

Checkliste: Hausgeld beim Wohnungskauf prüfen

  • ☐ Aktueller Wirtschaftsplan anfordern (Hausgeld/Monat und Verteilung)
  • ☐ Jahresabrechnung der letzten 3 Jahre: Sonderumlagen passiert?
  • ☐ Stand der Instandhaltungsrücklage: Wie viel € pro m²?
  • ☐ Geplante Sanierungen in den nächsten 5 Jahren?
  • ☐ WEG-Protokolle: Streitigkeiten, Beschlüsse über Sonderumlagen?
  • ☐ Hausverwaltung: Professionell oder Selbstverwaltung? (Selbstverwaltung = höheres Risiko)

Mehr: Rechte und Pflichten als WEG-Eigentümer | Hausverwaltung Kosten | Renditerechner.

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