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Wie viel Eigenkapital brauche ich für den Immobilienkauf?

Die Faustregel lautet 20 % — aber was wirklich stimmt, hängt von Zinsen, Bank und Objekt ab. Wir erklären, wie viel Eigenkapital nötig ist und wo es herkommt.

Wie viel Eigenkapital brauche ich für den Immobilienkauf?

Die Faustregel: 20 % + Kaufnebenkosten

Wie viel Eigenkapital brauche ich für den Immobilienkauf?

Banken finanzieren maximal 80–90 % des Beleihungswerts (Loan-to-Value). Die Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, ggf. Makler: 8–15 % des Kaufpreises) werden fast nie mitfinanziert.

Empfehlung: 20 % des Kaufpreises + alle Kaufnebenkosten = ca. 28–35 % des Kaufpreises als Eigenkapital.

Rechenbeispiel

KaufpreisNebenkosten (11 %)Empf. EK (20 % + NK)Darlehen (80 %)
250.000 €27.500 €77.500 €200.000 €
400.000 €44.000 €124.000 €320.000 €
600.000 €66.000 €186.000 €480.000 €

Was passiert bei weniger Eigenkapital?

  • 10 % EK: LTV 90 % — Bank fordert Risikoaufschlag (0,2–0,5 % mehr Zins). Monatliche Mehrkosten bei 400.000 € Darlehen: ca. 100–200 €
  • 5 % EK: Kaum noch finanzierbar. Nur sehr bonitate Kunden mit Top-Einkommen
  • 0 % EK (Vollfinanzierung): Sehr selten, nur mit sehr hohem Einkommen und erstklassiger Immobilie. Zinsen 0,5–1 % über Markt

Wo kommt das Eigenkapital her?

  1. Ersparnisse / Tagesgeld / Festgeld: Idealerweise über Jahre angespart
  2. Wertpapiere / ETFs: Rechtzeitig liquidieren — Steuern auf Kursgewinne einkalkulieren (25 % Abgeltungssteuer)
  3. Bausparvertrag: Angesparte Summe + zinsgünstiges Bauspardarlehen
  4. Schenkung von Eltern: Steuerfrei bis 400.000 € (Eltern → Kind, alle 10 Jahre)
  5. Eigenleistungen: Beim Bau: handwerkliche Eigenleistungen als "Muskelhypothek" — Bank erkennt bis zu 15 % des Gebäudewerts an
  6. KfW-Förderprogramme: Zinsgünstige Darlehen (Wohneigentumsprogramm, Energieeffizienz) — ergänzen EK

Wann ist weniger Eigenkapital akzeptabel?

  • Sehr sicheres, hohes Einkommen (Beamte, Arzt, Ingenieur mit unbefristetem Vertrag)
  • Immobilie in sehr gefragter Lage mit stabiler Wertentwicklung
  • Zinsniveau sehr niedrig (macht höhere Schulden tragbarer)
  • Kurze Laufzeit geplant (Immobilie wird in 5–10 Jahren weiterverkauft)

Checkliste: Eigenkapital prüfen

  • Tagesgeld, Festgeld: sofort verfügbar
  • Wertpapiere: Verkauf planen, Steuerfolgen berechnen
  • Bausparvertrag: Zuteilungsreif? Ansparsumme prüfen
  • Lebensversicherung: Rückkaufswert ermitteln
  • Schenkung: Notariell dokumentieren, Schenkungssteuer prüfen
  • Eigenleistung: Realistisch schätzen, Bank-Anerkennungsquote erfragen

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