Wie groß ist die Wohnungsnot wirklich?

Nach Schätzungen des Pestel-Instituts und des IW Köln fehlen in Deutschland 2026 rund 500.000–700.000 Wohnungen. Besonders in Großstädten und deren Umland ist die Lage kritisch. Der Neubau ist seit 2022 dramatisch eingebrochen: 2024 wurden nur noch ca. 230.000 Wohnungen fertiggestellt — angestrebt waren ursprünglich 400.000 pro Jahr.
Ursachen der Wohnungsnot
| Ursache | Einfluss |
|---|---|
| Gestiegene Baukosten (+40 % seit 2020) | Sehr stark — Neubau unrentabel |
| Hohe Zinsen (von 1 % auf 4 % in 18 Monaten) | Sehr stark — Kreditfinanzierung teurer |
| Bürokratie und lange Genehmigungszeiten | Stark — oft 2–4 Jahre bis Baubeginn |
| Fachkräftemangel im Bau | Mittel — Kapazitäten begrenzt |
| Zuzug und Bevölkerungswachstum | Stark — Nachfrage steigt schneller als Angebot |
| Flüchtlingszuzug 2022–2024 | Mittel — kurzfristiger Nachfrageschub |
Wo ist die Not am größten?
- München: Leerstandsquote unter 0,5 % — Marktlage extrem angespannt
- Frankfurt, Hamburg, Berlin: Leerstand 0,5–1,5 % — weiterhin angespannt
- Stuttgart, Köln, Düsseldorf: 1–2 % Leerstand — moderat
- B-Städte (Nürnberg, Hannover): 2–4 % — weitgehend ausgewogen
- Ländlicher Raum: Teils Leerstand 5–15 % — Abwanderung
Was bedeutet das für Immobilienwerte?
Wohnungsmangel stabilisiert und treibt Preise langfristig — sowohl Kauf als auch Miete. Wie wir in unserer Marktprognose 2026 beschrieben haben, erwartet die Mehrheit der Analysten mittelfristig wieder steigende Preise — getrieben durch unzureichendes Angebot.
- Mietrenditen in Städten bleiben attraktiv (Nachfrage > Angebot)
- Kaufpreise stabilisieren sich und steigen ab 2026 leicht
- Neubaupremium: Knappes Neubauangebot = Aufpreis für moderne Objekte
Was Käufer und Investoren jetzt tun sollten
- Nicht auf Preisrückgänge warten — strukturelle Knappheit verhindert großen Rückgang
- Umland prüfen: Wohnungsmangel in A-Städten treibt Nachfrage in Umlandgemeinden
- Rendite über Wertsteigerung: Mieten steigen schneller als Kaufpreise — gut für Investoren