Wertermittlung

Immobilienmarkt 2026/2027: Wohin gehen die Preise?

Nach dem Zinsschock stabilisiert sich der Markt. Was Käufer und Verkäufer für 2026/2027 erwarten können — mit regionalen Unterschieden und klaren Handlungsempfehlungen.

Immobilienmarkt 2026/2027: Wohin gehen die Preise?

Rückblick: Was 2022–2024 passierte

Die EZB hob den Leitzins von 0 % auf 4,5 % in nur 18 Monaten — der schnellste Zinsanstieg seit Jahrzehnten. Folge: Immobilienpreise fielen 2022–2024 um 8–15 % in den meisten deutschen Großstädten. Transaktionsvolumen brach um 50–60 % ein. Viele Projekte wurden abgebrochen oder aufgeschoben.

Status 2026: Stabilisierung

Immobilienmarkt 2026/2027: Wohin gehen die Preise?

Der EZB-Leitzins liegt 2026 bei 2,5–3,0 %. Bauzinsen haben sich bei 3,5–4,2 % eingependelt. Ergebnis: Nachfrage erholt sich, Preise stabilisieren sich — in guten Lagen wieder leicht steigend.

Preisveränderung nach Marktsegment (2025 → 2026)

SegmentVeränderungTrend
Top-7-Städte (ETW)+2 bis +5 %Stabilisierung + leichte Erholung
B-Städte (100–500k Einw.)0 bis +3 %Seitwärts bis leicht positiv
Ländliche Regionen (stark)−2 bis +1 %Heterogen, lageabhängig
MFH / Renditeobj. Großstädte+1 bis +4 %Renditen attraktiver geworden
Gewerbe / Büro−5 bis −10 %Strukturwandel durch Homeoffice

Die wichtigsten Treiber 2026/2027

Positive Faktoren (Preisstützend)

  • Wohnungsmangel: 700.000+ Wohnungen fehlen, Neubau bleibt weit unter Bedarf
  • Sinkende Zinsen: EZB senkt weiter, Bauzinsen unter 4 % → mehr Kaufkraft
  • Mieten steigen: +8–15 % in Top-7 seit 2022 → Kaufen wird wieder attraktiver
  • Urbanisierung: Nachfrage in Großstädten strukturell hoch

Negative Faktoren (Preisdämpfend)

  • Hohe Bauzinsen relativ: 3,8–4,2 % vs. 1,5 % in 2021 — Käufer kaufen weniger
  • GEG-Unsicherheit: Heizungspflicht verunsichert bei Altbauten
  • Wirtschaftliche Unsicherheit: Rezessionsrisiko drückt Kaufbereitschaft
  • Angebotsdruck: Einige Regionen mit Überangebot durch Bauprojekte 2018–2021

Prognose nach Stadt

StadtPrognose 2026/2027
München+3–6 % (knappes Angebot, starke Wirtschaft)
Hamburg+2–5 %
Berlin+1–4 % (politische Unsicherheit dämpft)
Frankfurt+2–5 %
Köln / Düsseldorf+1–3 %
Leipzig / Dresden0 bis +3 %
Ruhrgebiet−1 bis +2 % (sehr heterogen)

Handlungsempfehlungen

Für Käufer

  • 2026 kann ein guter Einstiegszeitpunkt sein — Preise unter 2022-Peak, Zinsen haben Plateau
  • Lange Zinsbindung (15–20 Jahre) sichern, solange Zinsen unter 4,5 % sind
  • A-Lagen bevorzugen: erholen sich immer, egal was kommt

Für Verkäufer

  • 2026 besser als 2023/2024 — Nachfrage erholt sich
  • Energetischen Zustand verbessern: GEG-Konformität als Verkaufsargument
  • Preis realistisch setzen: Überbewertung kostet Monate Vermarktungszeit

Weiterführende Ratgeber

Teilen: