Rückblick: Was 2022–2024 passierte
Die EZB hob den Leitzins von 0 % auf 4,5 % in nur 18 Monaten — der schnellste Zinsanstieg seit Jahrzehnten. Folge: Immobilienpreise fielen 2022–2024 um 8–15 % in den meisten deutschen Großstädten. Transaktionsvolumen brach um 50–60 % ein. Viele Projekte wurden abgebrochen oder aufgeschoben.
Status 2026: Stabilisierung

Der EZB-Leitzins liegt 2026 bei 2,5–3,0 %. Bauzinsen haben sich bei 3,5–4,2 % eingependelt. Ergebnis: Nachfrage erholt sich, Preise stabilisieren sich — in guten Lagen wieder leicht steigend.
Preisveränderung nach Marktsegment (2025 → 2026)
| Segment | Veränderung | Trend |
|---|---|---|
| Top-7-Städte (ETW) | +2 bis +5 % | Stabilisierung + leichte Erholung |
| B-Städte (100–500k Einw.) | 0 bis +3 % | Seitwärts bis leicht positiv |
| Ländliche Regionen (stark) | −2 bis +1 % | Heterogen, lageabhängig |
| MFH / Renditeobj. Großstädte | +1 bis +4 % | Renditen attraktiver geworden |
| Gewerbe / Büro | −5 bis −10 % | Strukturwandel durch Homeoffice |
Die wichtigsten Treiber 2026/2027
Positive Faktoren (Preisstützend)
- Wohnungsmangel: 700.000+ Wohnungen fehlen, Neubau bleibt weit unter Bedarf
- Sinkende Zinsen: EZB senkt weiter, Bauzinsen unter 4 % → mehr Kaufkraft
- Mieten steigen: +8–15 % in Top-7 seit 2022 → Kaufen wird wieder attraktiver
- Urbanisierung: Nachfrage in Großstädten strukturell hoch
Negative Faktoren (Preisdämpfend)
- Hohe Bauzinsen relativ: 3,8–4,2 % vs. 1,5 % in 2021 — Käufer kaufen weniger
- GEG-Unsicherheit: Heizungspflicht verunsichert bei Altbauten
- Wirtschaftliche Unsicherheit: Rezessionsrisiko drückt Kaufbereitschaft
- Angebotsdruck: Einige Regionen mit Überangebot durch Bauprojekte 2018–2021
Prognose nach Stadt
| Stadt | Prognose 2026/2027 |
|---|---|
| München | +3–6 % (knappes Angebot, starke Wirtschaft) |
| Hamburg | +2–5 % |
| Berlin | +1–4 % (politische Unsicherheit dämpft) |
| Frankfurt | +2–5 % |
| Köln / Düsseldorf | +1–3 % |
| Leipzig / Dresden | 0 bis +3 % |
| Ruhrgebiet | −1 bis +2 % (sehr heterogen) |
Handlungsempfehlungen
Für Käufer
- 2026 kann ein guter Einstiegszeitpunkt sein — Preise unter 2022-Peak, Zinsen haben Plateau
- Lange Zinsbindung (15–20 Jahre) sichern, solange Zinsen unter 4,5 % sind
- A-Lagen bevorzugen: erholen sich immer, egal was kommt
Für Verkäufer
- 2026 besser als 2023/2024 — Nachfrage erholt sich
- Energetischen Zustand verbessern: GEG-Konformität als Verkaufsargument
- Preis realistisch setzen: Überbewertung kostet Monate Vermarktungszeit