Ratgeber

Immobilien im Ausland kaufen: Spanien, Portugal & Co — Tipps für Deutsche

Viele Deutsche träumen vom Ferienhaus in Spanien oder Portugal. Wir erklären die Besonderheiten, Steuern, Finanzierung und häufige Fallen beim Auslandskauf.

Immobilien im Ausland kaufen: Spanien, Portugal & Co — Tipps für Deutsche

Immobilien im Ausland kaufen: Was Deutsche wissen müssen

Jedes Jahr kaufen Tausende Deutsche Immobilien im Ausland — Ferienhäuser, Altersruhesitze oder Kapitalanlagen. Doch Auslandsrecht, Steuern und Währungsrisiken machen den Kauf komplexer als im Inland.

Beliebte Länder und ihre Besonderheiten

Immobilien im Ausland kaufen: Spanien, Portugal & Co — Tipps für Deutsche

Spanien

  • NIE-Nummer: Pflicht für alle Ausländer (Identifikationsnummer für Ausländer)
  • Grunderwerbsteuer: 6–10 % je nach Region (Andalusien 7 %, Madrid 6 %)
  • IBI: Jährliche Grundsteuer, ca. 0,5–1 % des Katasterwerts
  • Nichtresidenten-Steuer: 19–24 % auf Mieteinnahmen für EU-Bürger
  • Risiko: Illegal gebaute Häuser ohne Baugenehmigung (illegale Urbanisationen) — immer Baugenehmigung prüfen!

Portugal

  • NIF-Nummer: Steueridentifikationsnummer (beim Finanzamt oder Notar beantragen)
  • IMT: Grunderwerbsteuer 0–7,5 % je nach Kaufpreis
  • IMI: Jährliche Grundsteuer ca. 0,3–0,8 %
  • Golden Visa: Investitionen ab 500.000 € können zur Aufenthaltserlaubnis führen
  • NHR-Programm: Steuerprivileg für Neuansässige (10 Jahre günstige Besteuerung)

Österreich

  • Sehr ähnlich zu Deutschland — geringe Sprachbarriere, ähnliches Rechtssystem
  • Grunderwerbsteuer: 3,5 %
  • Freizeitwohnsitze (Zweitwohnsitz): streng reguliert in Tirol und Salzburg

Steuerliche Pflichten für Deutsche im Ausland

Als Steuerpflichtiger in Deutschland müssen Sie:

  • Mieteinnahmen aus dem Ausland in Deutschland versteuern (Progressionsvorbehalt)
  • Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) beachten — meist zahlen Sie im Ausland, Deutschland rechnet an
  • Spekulationssteuer: Auch bei Auslandsimmobilien (10-Jahres-Frist gilt!)

Finanzierung aus Deutschland

Deutsche Banken finanzieren Auslandsimmobilien nur eingeschränkt. Optionen:

  • Lokale Bank im Ausland: Kennt den Markt, braucht aber Bonitätsnachweise auf Spanisch/Portugiesisch
  • Deutsche Bank mit Auslandserfahrung: Commerzbank, Deutsche Bank, Sparkasse international
  • Beleihung deutscher Immobilien: Eigenkapital aus bestehendem Haus als Sicherheit

10 Fehler beim Auslandskauf (vermeiden!)

  1. Kein unabhängiger Anwalt (bilinguale Fachkraft)
  2. Baugenehmigung nicht geprüft (besonders Spanien!)
  3. Schulden am Haus nicht gecheckt (Grundbuchauszug)
  4. Grundbuch nicht auf Eigentümer geprüft
  5. Währungsrisiko ignoriert (Nicht-Euro-Länder)
  6. Steuerberatung in beiden Ländern fehlt
  7. Kaufvertrag nur auf Fremdsprache akzeptiert
  8. Kein Treuhandkonto für Kaufpreiszahlung
  9. Versicherungen im Ausland ignoriert
  10. Infrastrukturprobleme vor Ort nicht recherchiert

Checkliste: Auslandskauf vorbereiten

  • ☑ Unabhängigen Anwalt (nicht den Makleranwalt!) beauftragen
  • ☑ Steuerberater in Deutschland und vor Ort einschalten
  • ☑ NIE/NIF-Nummer beantragen
  • ☑ Grundbuch und Baugenehmigung prüfen
  • ☑ Kreditfinanzierung vorab klären
  • ☑ Saisonale Besichtigungen (Winter und Sommer!)

Weiterführende Artikel: Ferienimmobilie im Ausland | Ferienwohnung vermieten | Immobilien Crowdfunding

Teilen: