Immobilienverkauf

Verkaufspreis festlegen: Die 5 häufigsten Fehler und wie man sie vermeidet

Der Angebotspreis entscheidet über Erfolg oder Misserfolg beim Immobilienverkauf. Diese 5 Fehler kosten Verkäufer im Schnitt 8–15 % — und wie man es besser macht.

Verkaufspreis festlegen: Die 5 häufigsten Fehler und wie man sie vermeidet

Warum der erste Preis so wichtig ist

Studien zeigen: Immobilien, die zu hoch starten, werden nach mehreren Preissenkungen 10–18 % billiger verkauft als vergleichbare Objekte, die von Anfang an richtig bepreist waren. Käufer merken, wenn ein Objekt "klebt" — und kommen mit aggressiven Angeboten.

Fehler 1: Den emotionalen Wert mit dem Marktwert verwechseln

Verkaufspreis festlegen: Die 5 häufigsten Fehler und wie man sie vermeidet

Das Elternhaus, in dem man aufgewachsen ist, hat für Verkäufer einen emotionalen Wert — der am Markt nicht existiert. Käufer sehen nur: m², Lage, Zustand, Baujahr. Persönliche Erinnerungen und investierte Renovierungskosten zählen nicht im Marktwert.

Lösung: Unabhängige Wertermittlung durch Gutachter oder Online-Rechner als Ausgangsbasis nutzen.

Fehler 2: Nur Makler-Bewertungen als Basis

Manche Makler bewerten zu hoch, um den Auftrag zu bekommen — sie wissen, dass nach 6 Wochen Preissenkung kommen muss. Andere bewerten zu niedrig, um schnell zu verkaufen (und Provision zu bekommen).

Lösung: Mindestens 3 Bewertungen einholen. Gutachterausschuss-Daten selbst recherchieren.

Fehler 3: Renovierungskosten 1:1 aufschlagen

Ich habe 30.000 € in neue Küche und Bad investiert → Also 30.000 € mehr verlangen. Falsch: Renovierungen steigern den Marktwert nicht 1:1. Eine neue Küche bringt typisch 5.000–12.000 € mehr, nicht 20.000–30.000 €.

Lösung: Vergleichspreise von ähnlich renovierten Objekten prüfen.

Fehler 4: Zu wenig Verhandlungsspielraum

Wer exakt den Wunschpreis als Angebotspreis setzt, hat keinen Spielraum für Verhandlung. Käufer erwarten 3–10 % Verhandlungsspielraum. Wer das nicht einkalkuliert, verkauft unter Marktwert oder verliert Interessenten.

Lösung: Angebotspreis = Zielpreis + 5–8 % Verhandlungspuffer.

Fehler 5: Falsches Timing

Immobilien im Winter oder bei schlechtem Markt zu starten, kostet. Frühjahr (März–Mai) und Herbst (September–Oktober) sind stärkste Verkaufsphasen.

Lösung: Start der Vermarktung strategisch wählen. Bei steigenden Zinsen: Eher früher als später.

Die richtige Preisstrategie

  • Marktrecherche: 10 vergleichbare Angebote analysieren (ImmoScout24, Gutachterausschuss)
  • Wert ermitteln: Online-Rechner + ggf. Gutachter
  • Puffer einkalkulieren: Angebotspreis = Zielpreis + 5–8 %
  • Preiskorrektur planen: Nach 6–8 Wochen ohne Angebot → 3–5 % senken

Weiterführende Ratgeber

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