Die Ausgangslage: Was kostet ein Makler?

Seit dem Bestellerprinzip (2020) zahlen Käufer und Verkäufer je zur Hälfte: Typische Gesamtprovision 6–7 % (inkl. MwSt.), je 3–3,5 % für Käufer und Verkäufer. Bei 400.000 € Kaufpreis: 12.000–14.000 € für den Verkäufer.
Was ein Makler wirklich leistet
- Wertermittlung (kostenlos als Akquise)
- Professionelles Exposé + Fotos (oft 1.000–3.000 € Mehrwert)
- Vermarktung auf allen Portalen (ImmoScout24 Premium-Platzierung: 300–800 €/Monat)
- Interessenten-Qualifizierung (Spart Ihnen 10–30 Besichtigungen mit unqualifizierten Interessenten)
- Verhandlungsführung (Erfahrene Makler erzielen 3–8 % mehr als Privatverkäufer)
- Kaufvertragsabwicklung (kein Rechtsanwalt nötig)
Rechenbeispiel: Makler vs. Privat
| Mit Makler | Privat | |
|---|---|---|
| Erzielbarer Preis | 410.000 € | 390.000 € |
| Makler-Provision (3,57 %) | −14.637 € | 0 € |
| Eigene Kosten (Fotos, Portale, Zeit) | 0 € | −2.000 € |
| Netto-Erlös | 395.363 € | 388.000 € |
In diesem Beispiel lohnt der Makler sich um ca. 7.000 €. Bei schlechterer Vermarktung durch Makler kann es sich aber auch umkehren.
Wann der Privatverkauf sinnvoller ist
- Immobilie in begehrter Lage mit hoher Nachfrage (Käufer kommen von selbst)
- Käufer bereits bekannt (Nachbar, Bekannter)
- Eigentümer hat Zeit und Erfahrung mit Immobilientransaktionen
- Objekt unter 200.000 € (Provision absolut: unter 7.000 € → kaum Mehrwert)
Wann der Makler klar besser ist
- Objekt in schwieriger Lage oder mit Besonderheiten (Denkmal, Gewerbeanteil)
- Eigentümer hat wenig Zeit oder lebt weit entfernt
- Kein Verhandlungserfahrung
- Markt kühlt sich gerade ab (Makler hat Käufernetzwerk)
So wählen Sie den richtigen Makler
- Mindestens 3 Makler befragen (Werteinschätzung, Referenzen, Vermarktungsstrategie)
- IVD-Mitgliedschaft prüfen (Berufsverband, Weiterbildungspflicht)
- Provision verhandelbar? Ab 250.000 € Kaufpreis oft Spielraum
- Alleinauftrag vs. Gemeinschaftsauftrag? Alleinauftrag = mehr Engagement des Maklers