Was ist der Energieausweis?

Der Energieausweis (auch: Energiepass) dokumentiert die energetische Qualität eines Gebäudes — von A+ (sehr effizient) bis H (sehr ineffizient). Er ist seit 2009 Pflicht bei Verkauf und Vermietung (GEG 2020 als Nachfolger der EnEV).
Zwei Arten von Energieausweisen
| Art | Basis | Für wen | Kosten |
|---|---|---|---|
| Verbrauchsausweis | Tatsächlicher Energieverbrauch (3 Jahre) | Gebäude ab 5 WE, Baujahr ab 1977 | 50–100 € |
| Bedarfsausweis | Bausubstanz und technische Anlage | Gebäude unter 5 WE, vor 1977, Neubau | 200–500 € |
Pflichten beim Verkauf
- Energieausweis muss bereits im Inserat mit Effizienzklasse angegeben sein
- Bei Besichtigung: Vorlage Pflicht (auch ohne Anforderung durch Interessenten)
- Beim Notartermin: Übergabe an Käufer (Kopie reicht)
- Bußgeld bei Verstoß: bis zu 15.000 € (§ 108 GEG)
- Gültigkeitsdauer: 10 Jahre
Was die Energieeffizienzklassen bedeuten
| Klasse | kWh/(m²·a) | Bedeutung |
|---|---|---|
| A+ | < 30 | Passivhaus-Standard |
| A | 30–50 | KfW 55/40-Standard |
| B | 50–75 | Neubaustandard |
| C | 75–100 | Guter Altbau |
| D–F | 100–200 | Sanierungsbedarf |
| G–H | > 200 | Dringend sanieren! |
Einfluss auf den Immobilienwert
Energieausweis-Klasse E vs. B: Preisunterschied ca. 5–15 % (studie DIW 2023). Grund: Heizkosten + GEG-Sanierungspflicht bei Eigentümerwechsel (Heizungstausch bis 2028). Käufer kalkulieren Sanierungskosten direkt ein.