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Genossenschaftswohnung mieten: Wie es funktioniert und für wen es sich lohnt

Genossenschaftswohnungen sind günstig, sicher und langfristig — aber wie kommt man rein? Was kostet das Genossenschaftsanteil und was sind die Vorteile gegenüber privatem Wohnen?

Genossenschaftswohnung mieten: Wie es funktioniert und für wen es sich lohnt

Genossenschaftswohnung — die unterschätzte Wohnalternative

In Deutschland gibt es rund 2.000 Wohnungsbaugenossenschaften mit über 2 Millionen Wohnungen. Trotzdem ist das Modell wenig bekannt. Dabei bieten Genossenschaftswohnungen echte Vorteile: günstige Mieten, sicheres Wohnrecht, Mitbestimmung. Wie funktioniert das System?

Was ist eine Wohnungsbaugenossenschaft?

Genossenschaftswohnung mieten: Wie es funktioniert und für wen es sich lohnt

Eine Genossenschaft ist eine gemeinschaftliche Organisation, deren Mitglieder gleichzeitig Nutzer und (anteilige) Eigentümer sind. Wer Mitglied wird, erwirbt Genossenschaftsanteile — und hat dafür ein dauerhaftes Wohnrecht.

Prinzip in 3 Sätzen

  • Sie kaufen Anteile (keine Wohnung, kein Grundbucheintrag)
  • Sie erhalten ein dauerhaftes, gesichertes Mietverhältnis
  • Sie nehmen an der Mitgliederversammlung teil und haben Stimmrecht

Was kostet die Mitgliedschaft?

Die Anteile variieren je nach Genossenschaft:

Größe der GenossenschaftEinmalige AnteileMonatliches Nutzungsentgelt
Kleine Genossenschaft (lokal)1.000 – 5.000 €7 – 10 €/m²
Mittlere Genossenschaft5.000 – 15.000 €8 – 12 €/m²
Große Stadtgenossenschaft (z. B. München)10.000 – 50.000 €9 – 14 €/m²

Bei Austritt aus der Genossenschaft erhalten Sie die Anteile (ohne Zinsen) zurück. Es ist also kein verlorenes Geld.

Vorteile gegenüber privatem Mietmarkt

  • Günstigere Miete: Genossenschaftswohnungen liegen oft 15–25 % unter Marktmiete
  • Dauerhaftes Wohnrecht: Kündigung nur aus wichtigem Grund (Eigenbedarfskündigung gibt es nicht!)
  • Keine Maklergebühren
  • Mitbestimmung: Stimme bei Renovierungen, Verwaltungsentscheidungen
  • Gemeinschaft: Nachbarschaft, Gemeinschaftsräume, Veranstaltungen

Nachteile

  • Wartelisten — gute Genossenschaften haben Wartezeiten von 5–15 Jahren
  • Kein Eigentum, kein Wertsteigerungspotenzial
  • Eingeschränkte Gestaltungsfreiheit der Wohnung
  • Austritt und Rückzahlung dauert oft 1–2 Jahre

Bekannteste Genossenschaften in Deutschland

  • Münchner Wohnungsbaugenossenschaft (MWG)
  • GEWOBAG Berlin (teilweise genossenschaftlich)
  • SAGA Hamburg
  • Bauverein zu Hamburg eG
  • Deutsches Rotes Kreuz Genossenschaft (lokal)

Lohnt sich die Genossenschaft für mich?

Genossenschaftswohnungen lohnen sich besonders für:

  • Langfristig Wohnende (die Wartezeit schreckt Kurzzeit-Wohner ab)
  • Familien, die stabile, günstige Miete schätzen
  • Menschen ohne Eigenkapital für einen Immobilienkauf
  • Ältere Menschen, die Sicherheit und Gemeinschaft schätzen

Checkliste: Genossenschaftswohnung finden

  • Lokale Genossenschaften in Ihrer Stadt suchen (GdW Bundesverband: gdw.de)
  • Mitgliederantrag stellen und auf Warteliste setzen lassen
  • Satzung und Jahresberichte der Genossenschaft prüfen
  • Nutzungsentgelt und Anteilshöhe vergleichen
  • Mitgliederversammlung besuchen (Stimmung, Management beurteilen)

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