Steuern

Grundsteuerreform 2025: Neue Berechnung und was Eigentümer zahlen müssen

Ab 2025 gilt die neue Grundsteuerberechnung. Wir erklären, wie die Reform funktioniert, welche Bundesländer eigene Regeln haben und wer mehr oder weniger zahlt.

Grundsteuerreform 2025: Neue Berechnung und was Eigentümer zahlen müssen

Grundsteuerreform 2025: Was sich ändert

Die Grundsteuerreform ist das größte Steuerreformprojekt der letzten Jahrzehnte. Grund: Das Bundesverfassungsgericht erklärte die alten Einheitswerte aus den 1960ern für verfassungswidrig. Seit 1. Januar 2025 gilt die neue Berechnung flächendeckend.

Altes vs. Neues System im Vergleich

Grundsteuerreform 2025: Neue Berechnung und was Eigentümer zahlen müssen
MerkmalAltes System (bis 2024)Neues System (ab 2025)
BemessungsgrundlageEinheitswert (1964 West / 1935 Ost)Aktueller Immobilienwert oder Fläche
Bundesweite EinheitlichkeitJa (weitgehend)Nein — Ländersache!
Reform-ModellBundesmodellBundesmodell + Ländermodelle

Bundesmodell (gilt in den meisten Bundesländern)

Grundformel: Grundsteuerwert × Steuermesszahl × Hebesatz

  • Grundsteuerwert: Berechnet aus Bodenrichtwert + Nettokaltmiete (oder pauschal)
  • Steuermesszahl: 0,031 % für Wohnimmobilien (Bundesgesetz, kann von Ländern abgesenkt werden)
  • Hebesatz: Festgelegt von jeder Gemeinde (variiert stark: 200–1.000 %)

Länder mit eigenen Modellen (Abweichler)

BundeslandEigenes ModellBesonderheit
BayernFlächenmodellNur Fläche entscheidet, kein Wert
Baden-WürttembergModifiziertes BodenmodellNur Bodenwert relevant
HamburgFlächenmodellNur Fläche
HessenFläche + LagewertLagewert aus Mietspiegel
NiedersachsenFlächenmodellNur Fläche
SaarlandBundesmodell modifiziertAbgesenkte Steuermesszahl

Gewinner und Verlierer der Reform

Die Auswirkungen sind von Lage zu Lage verschieden:

  • Mehr zahlen: Eigentümer in Gebieten mit stark gestiegenem Bodenwert (A-Städte, beliebte Lagen)
  • Weniger zahlen: Eigentümer in strukturschwachen Regionen mit gesunkenem Wert
  • Kaum Änderung: Bundesländer mit Flächenmodell — dort ändert sich nur der Rechenweg, nicht grundsätzlich das Ergebnis

Was Eigentümer jetzt tun müssen

  • Grundsteuerbescheid 2025 sorgfältig prüfen
  • Feststellungsbescheid des Finanzamts mit Messbescheid vergleichen
  • Fehler im Bescheid innerhalb von 1 Monat anfechten (Einspruch)
  • Vermietung: Grundsteuer kann auf Mieter umgelegt werden (Betriebskostenabrechnung)

Aufkommensneutralität: Versprechung der Politiker

Bund und Länder haben zugesichert, die Reform "aufkommensneutral" zu gestalten — also insgesamt nicht mehr Grundsteuer zu erheben. In der Praxis heißt das aber: Wer in einer teuren Lage wohnt, zahlt mehr; wer in einer günstigen Lage wohnt, zahlt weniger.

Weiterführende Artikel: Grundsteuerreform Details | Bodenrichtwert verstehen | Steuergrundlagen Vermieter

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