Kapitalanlage

Immobilien-Crowdinvesting: Wie es funktioniert, was es kostet und wo die Risiken liegen

Mit 500 € in Immobilienprojekte investieren — klingt gut. Was Immobilien-Crowdinvesting wirklich bedeutet, welche Plattformen es gibt und wo die echten Risiken liegen.

Immobilien-Crowdinvesting: Wie es funktioniert, was es kostet und wo die Risiken liegen

Was ist Immobilien-Crowdinvesting?

Beim Immobilien-Crowdinvesting finanzieren viele Kleinanleger gemeinsam ein Immobilienprojekt — meist einen Neubau oder eine Sanierung. Jeder Investor gibt einen kleinen Betrag (ab 250–500 €), dafür erhält er Zinsen (typisch: 5–9 % p.a.) und am Ende sein Kapital zurück. Der Projektentwickler bekommt die Finanzierung, die Anleger bekommen Rendite.

So funktioniert es in der Praxis

Immobilien-Crowdinvesting: Wie es funktioniert, was es kostet und wo die Risiken liegen
  1. Anleger registriert sich auf einer Plattform (z.B. Exporo, Engel & Völkers Capital, Bergfürst)
  2. Wählt ein Projekt aus (Lage, Laufzeit, Zinssatz, Besicherung)
  3. Investiert ab 250–1.000 € (je nach Plattform)
  4. Erhält Zinsen halbjährlich oder am Ende der Laufzeit
  5. Nach Projektabschluss: Kapital zurück + Rendite

Typische Konditionen 2026

ParameterTypischer Bereich
Mindestanlage250–1.000 €
Zinssatz5–9 % p.a.
Laufzeit12–36 Monate
BesicherungNachrangdarlehen (ungesichert) oder erstrangige Grundschuld
PlattformgebührenMeist für Anleger kostenlos (Entwickler zahlt)

Die entscheidende Frage: Wie sicher ist das?

Hier liegt die Crux: Die meisten Crowdinvesting-Projekte sind als Nachrangdarlehen strukturiert. Das bedeutet: Im Insolvenzfall bekommen zuerst alle vorrangigen Gläubiger (Banken) ihr Geld — die Crowdinvestoren gehen leer aus. Zwischen 2020 und 2024 haben in Deutschland mehrere bekannte Projekte Totalverluste für Anleger produziert.

Risikofaktoren im Überblick

  • Totalverlustrisiko: Bei Nachrangdarlehen real möglich
  • Projektrisiko: Baukosten steigen, Genehmigungen kommen nicht
  • Entwicklerrisiko: Insolvenz des Projektentwicklers
  • Marktrisiko: Immobilienpreise fallen, Projekt wird unverkäuflich
  • Liquiditätsrisiko: Kein Sekundärmarkt, Kapital gebunden

Wann ist Crowdinvesting sinnvoll?

  • Als kleine Beimischung (max. 5–10 % des Anlagekapitals)
  • Nur mit erstrangiger Grundschuld als Besicherung
  • Erfahrene Plattformen mit Leistungsnachweis bevorzugen
  • Mehrere Projekte statt Konzentration auf eines
  • Nur mit Kapital, das man 2–3 Jahre entbehren kann

Checkliste: Crowdinvesting-Projekt bewerten

  • ☐ Besicherung: Erstrangige oder nachrangige Grundschuld?
  • ☐ Projektentwickler: Leistungsnachweis, Insolvenzhistorie prüfen
  • ☐ Loan-to-Value: Wie viel Kredit vs. Immobilienwert? (unter 70 % besser)
  • ☐ Plattform: Reguliert von BaFin? Seit wann aktiv?
  • ☐ Diversifikation: Nie alles in ein Projekt
  • ☐ Steuer: Zinserträge mit 25 % Abgeltungsteuer versteuern

Mehr zu Investment: Immobilien-ETF vs. direkt, Altersvorsorge mit Immobilien und Marktrisiken einschätzen.

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