Immobilienverkauf

Immobilie selbst verkaufen ohne Makler: Leitfaden und Risiken

Ohne Makler verkaufen spart Provision — aber es braucht Vorbereitung. Was Sie selbst regeln können und wo Profis unverzichtbar sind.

Immobilie selbst verkaufen ohne Makler: Leitfaden und Risiken

Wer seine Immobilie ohne Makler verkauft, spart die Hälfte der Maklerprovision — in der Regel 1,785 % des Kaufpreises. Bei einer 400.000 € Immobilie sind das 7.140 €. Doch der Selbstverkauf hat klare Anforderungen und typische Fallen.

Was Sie selbst erledigen können

Immobilie selbst verkaufen ohne Makler: Leitfaden und Risiken
  • Preisermittlung: Vergleichspreise aus Immobilienportalen, Online-Tools, Gutachter
  • Exposé: Professionelle Fotos (am besten Fotografen beauftragen, ca. 300–600 €), Grundriss, alle Objektdaten
  • Inserate: ImmobilienScout24, Immowelt, eBay Kleinanzeigen
  • Besichtigungen: Termine koordinieren, Interessenten qualifizieren
  • Verhandlung: Kaufpreisverhandlung führen

Was Sie unbedingt Profis überlassen sollten

  • Kaufvertrag: Der Notar ist Pflicht — er formuliert den Vertrag neutral
  • Grundbuchprüfung: Alle Lasten kennen vor dem Verkauf
  • Steuerberatung: Spekulationsfrist, Gewinnermittlung, Verkäuferkosten
  • Rechtliche Offenbarungspflichten: Was muss dem Käufer mitgeteilt werden? (Arglisthaftung!)

Dokumente, die Sie vorbereiten müssen

  • Grundbuchauszug (aktuell)
  • Energieausweis (Pflicht, Bußgeld sonst bis 15.000 €)
  • ☑ Grundrisse und Wohnflächenberechnung
  • ☑ Letzter Grundsteuerbescheid
  • ☑ Baupläne und Baugenehmigungen
  • ☑ Bei ETW: Teilungserklärung, WEG-Protokolle, Hausgeld-Abrechnung

Typische Fehler beim Privatverkauf

  • Preis zu hoch: Emotionaler Wert ≠ Marktwert — professionelle Bewertung empfohlen
  • Kein Käufer-Qualifying: Besichtigungen mit nicht-ernsthaften Interessenten verschwenden Zeit
  • Arglistige Täuschung (unbeabsichtigt): Bekannte Mängel nicht zu offenbaren macht Sie haftbar
  • Keine Finanzierungsbestätigung: Notartermin platzt, wenn Käufer keinen Kredit bekommt

Kosten-Nutzen: Wann lohnt sich der Selbstverkauf?

Bei einfachen, kurzfristig verkäuflichen Objekten (gefragte Lage, marktgerechter Preis, keine komplexen Vertragssituationen) kann der Selbstverkauf sinnvoll sein. Bei komplexen Situationen (Erbfall, Scheidung, WEG-Besonderheiten, Denkmal) ist ein Makler oft günstiger als der Aufwand und das Risiko des Selbstverkaufs.

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