Balkon-Kraftwerke (steckerfertige Solaranlagen) erleben seit 2023 einen Boom in Deutschland. Das neue Solargesetz 2024 hat die Regeln deutlich vereinfacht. Was Mieter und Eigentümer jetzt wissen müssen.
Was ist ein Balkon-Kraftwerk?
Ein Balkon-Kraftwerk ist eine kleine Photovoltaikanlage (1–2 Module, 300–800 Watt Peak), die am Balkongeländer oder an der Fassade befestigt wird und Strom ins Hausnetz einspeist — über einen einfachen Schuko-Stecker.
Was hat sich 2024 rechtlich geändert?

- Anschlussleistung erhöht: Bis 800 Watt (statt bisher 600 Watt) erlaubt ohne besondere Genehmigung
- Vereinfachte Anmeldung: Nur noch Anmeldung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur nötig — kein Netzanmeldeverfahren beim Netzbetreiber mehr
- Alter Zähler: Rückwärtslaufende Ferraris-Zähler dürfen vorerst weiter genutzt werden
- WEG-Recht: Wohnungseigentümer können Balkon-Kraftwerk als privilegierte Maßnahme verlangen (§ 20 WEG)
Was müssen Mieter beachten?
- Vermieter muss zustimmen: Als Mieter brauchen Sie die Erlaubnis des Vermieters für die Montage am Gebäude
- Seit 2024: Mieter haben gesetzlichen Anspruch auf Erlaubnis — Vermieter kann nur aus wichtigem Grund ablehnen (§ 554 BGB n.F.)
- Die Anlage muss rückstandsfrei entfernt werden können beim Auszug
- Kosten trägt der Mieter
Was bringt ein Balkon-Kraftwerk finanziell?
| Anlage | Kosten | Jahresertrag | Ersparnis/Jahr | Amortisation |
|---|---|---|---|---|
| 400 Watt Peak (1 Modul) | 300–500 € | ca. 350 kWh | ca. 110 € | 3–5 Jahre |
| 800 Watt Peak (2 Module) | 500–800 € | ca. 650 kWh | ca. 200 € | 3–4 Jahre |
Strompreis: ca. 31 Cent/kWh (2026). Die Anlage spart vor allem dann, wenn der Strom tagsüber selbst verbraucht wird.
Checkliste: Balkon-Kraftwerk installieren
- ☑ Erlaubnis vom Vermieter / WEG einholen
- ☑ Marktstammdatenregister (MaStR) anmelden
- ☑ Sicherheitskonformen Wechselrichter mit VDE-Prüfzeichen kaufen
- ☑ Nur Schuko-Steckdose auf dem Balkon nutzen (nicht Verlängerungskabel)
- ☑ Haushaltsversicherung prüfen (Anlage anmelden)